Datenschutz: Google und Facebook zeigen sich versöhnlich
Meine Reader und Timelines lesen sich erstaunlich friedlich in diesen Tagen. Keine Shitstorms, kein Geflame und kein Gehate. Selbst mit BP, Hauptakteur einer akuten globalen Bedrohung, wird erstaunlich sachlich – ja, fast mitfühlend umgegangen. Woran mag das liegen? Vielleicht daran, dass selbst die großen, bösen Datensammler, -kraken und -verkäufer sich derzeit von einer Seite zeigen, die man ihnen lange absprechen wollte: Zuhörend, kommunikativ und nutzerorientiert. Fassen wir einmal zusammen:
Google lässt seine Street View-Kamerawagen vorerst in der Garage. Und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit – vermutlich eine Reaktion auf die gespeicherten Daten aus ungesicherten privaten W-LAN-Netzen. Google-Sprecher Kay Oberbeck spricht von einem Fehler und von verlorenem Vertrauen, das es zurück zu gewinnen gilt. Darüber hinaus lenkt Google auch bei seinem Tracking-Tool Analytics ein und bietet für die gängigen Browser ein PlugIn zum Opt-Out an. Als Nutzer kann ich so entscheiden, ob ich Daten an Google Analytics übermitteln will, oder nicht. Des Weiteren können Websitebetreiber auf die vollständige Erfassung der IP verzichten. Eine grobe Geolokalisierung soll weiterhin möglich sein, die genaue Identifizierung des Besuchers jedoch nicht mehr.
Und dann war da noch Mark Zuckerbergs Brief an Robert Scoble:
“I know we’ve made a bunch of mistakes, but my hope at the end of this is that the service ends up in a better place and that people understand that our intentions are in the right place, and we respond to the feedback from the people we serve.”
Ungewohnte Töne. Und in der Washington Post verspricht er grundlegende Änderungen in den kommenden Wochen und ergänzt dies um folgende 5 Prinzipien:
“Here are the principles under which Facebook operates:
– You have control over how your information is shared.
– We do not share your personal information with people or services you don’t want.
– We do not give advertisers access to your personal information.
– We do not and never will sell any of your information to anyone.
– We will always keep Facebook a free service for everyone.”
Besorgte Datenschützer werden in diesen Prinzipien noch einige Lücken sehen. Schließlich behält sich Facebook weiterhin vor, selbst frei mit den Nutzerdaten und -informationen zu agieren und schließt lediglich den Verkauf an Dritte aus. Und wer genau in diesem Fall die Dritten sind und wer nicht bleibt offen. Aber dennoch finde ich die beiden Briefe bemerkenswert, genau wie die Reaktionen Googles auf den öffentlichen Druck, der weltweit bei weitem nicht so intensiv war wie in Deutschland. Google setzt hier (späte) Prioritäten und Facebook macht mit den 5 Prinzipien zumindest eine deutliche Ansage.
Ich bin gespannt, wie lange dieses (zweifelsfrei subjektive) Frühlingsgefühl noch anhält…
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2 Responses to “Datenschutz: Google und Facebook zeigen sich versöhnlich”
Ganz richtig. Nicht immer das Böseste sehen.
[...] persönliche finde die Tatsache, dass und wie Facebook auf die Kritik der Nutzer reagiert hat, sehr viel spannender, als die einzelnen [...]
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